Philosophie – ein Anstieg
Ist die Welt so, wie sie uns scheint? Lässt sich Gottes Existenz beweisen – oder widerlegen? Wie weit darf staatliche Macht gehen? Kann KI Selbstbewusstsein entwickeln? Gibt es sicheres Wissen? Wer bin ich überhaupt?
– Fragen, die sich viele von uns so oder so ähnlich schon einmal gestellt haben. Und es gibt noch viele mehr! Auch an Antworten mangelt es nicht, im Gegenteil: Begeben wir uns in politische, weltanschauliche oder schlicht mediale Blasen, begegnen uns (angebliche!) Autoritäten, die mit Plattitüden daherkommen, unreflektiert, unfundiert. Und vielleicht gerade deshalb ist die Welt orientierungslos.
Die Fähigkeit, sich im Denken zu orientieren – so fasst Ekkehard Martens Philosophie. Und darum geht es im Philosophieunterricht. Es geht darum, scheinbar Selbstverständliches aufzubrechen, um die Fähigkeit, Fragen zu stellen. Es geht auch um das Aushalten – nämlich dessen, dass es selten absolut Gewisses gibt. Und schließlich begeben wir uns in Dialoge, mit uns selbst, mit den Kursmitgliedern und mit faszinierenden Texten aus Vergangenheit und Gegenwart des Denkens.
Zum Denken gehört auch ein gewisses Handwerkszeug: Wie lassen sich stichhaltige Argumente von schlechten unterscheiden? Welche Arten des Argumentierens gibt es? Wie lassen sich Begriffe schärfen – oder auflösen?
Damit erweist sich Philosophie als ein Anstieg: als Ausgang aus der Höhle des Scheinbaren, als „Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“ (Kant). Dem Ziel der individuellen Mündigkeit verpflichten sich auch ausdrücklich die aktuellen Lehrpläne des Faches. Gerne mal reinsehen (auffindbar hier)!
J. Bastian, R. Dräger, U. Scharrer, I. Zühlke
