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Vera Lengsfeld


Vera Lengsfeld, ehemalige Bürgerrechtlerin der DDR, besucht das OHG

Eindrücke der Oberstufenschülerinnen Yasemin Igneci und Jana Köhl

Am Nachmittag des 7.11.2014 besuchte die ehemalige Bürgerrechtlerin der DDR, Vera Lengsfeld, zum Anlass "25 Jahre Mauerfall" die Oberstufe des Otto-Hahn-Gymnasiums. Ihr Ziel war es, uns Schülerinnen und Schüler über die damalig vorherrschende Diktatur in der DDR aufzuklären und zu informieren. Dieser Vortrag wurde von unserem ehemaligen Schulleiter, Herrn Dr. Gerd Brosowski, und dem heutigen Schulleiter, Herrn Bernd Bauer, moderiert.

Zuerst erklärte Vera Lengsfeld uns ihren Weg zur Bürgerrechtlerin.

Durch die Drohung eines Atomkrieges bildete sie in den 1980er Jahren eine Friedensbewegung, die gegen die Aufstellung von Atomraketen in der DDR protestierte. Schon bald danach gründete Frau Lengsfeld ihren ersten Friedenskreis namens Pankow in einer evangelischen Kirche. Da Kirchen zu dieser Zeit politischen Freiraum boten, war dies der perfekte Ort, um über Themen wie Friedenspolitik, Abrüstung und Umweltschutz zu diskutieren. Zu unserem Erschrecken wurden die Ausübung freier Meinung, Demonstrationen und Vereinsgründungen als kriminelle Delikte angesehen und oftmals mit Gefängnis bestraft.

Um uns die kritische Situation der DDR näher zu bringen, erzählte sie uns einige kuriose Geschichten. Eine davon war, dass ein freischaffender DJ seine Anlage freiwillig, zum besseren Verständnis, für Konzerte und Lesungen von Frau Lengsfeld zur Verfügung stellte. Erst später wurde ihnen klar, dass der angebliche DJ Beauftragter der Stasi war. Durch diese Förderungen versuchte die Stasi mehr Kontrolle über die Friedensbewegungen zu erlangen. Währenddessen hatte Frau Lengsfeld auch mit privaten Problemen zu kämpfen. Zu diesen zählten Arbeits- und Reiseverbote, Hausdurchsuchungen sowie Einbrüche und Wohnungsverwüstungen, die allein zur Verängstigung der Bürger dienten. Zudem wurde sie 1988 während einer Demonstration zur freien Meinungsäußerung unschuldig zu sechs Monaten Haftstrafe verurteilt. Statt ihre Haft abzusitzen stimmte sie, wie auch viele andere Bürgerrechtler, einer Abschiebung nach Großbritannien zu. Die Stasi erhoffte sich davon einen Zusammenfall der Bürgerrechtsbewegungen. Entgegen ihrer Erwartungen wuchs der Montagskreis, bei dem sich Bürgerrechtler in der Leipziger Nikolaikirche versammelten, stark an. Der Anstieg der Personenzahl von 10.000 auf 100.000 schockte die Stasi sehr, erzählte Vera Lengsfeld. Heute ist ein Europa ohne Grenzen das Ergebnis der friedlichen Revolution im Jahre 1989.

Nach der Frage eines Schülers, ob ihre Kinder unter ihrem großen Einsatz zu leiden hatten, erzählte sie uns von ihrem Sohn Philipp, der 1988 die Empfehlung zur Oberstufe erhielt. Dem Befehl der Stasi, die Empfehlung zurückzunehmen, widersetzte sich die Schulleiterin und schickte Philipp in die Oberstufe einer anderen Schule. Dort wurde es den Kindern eines Tages von dem Schulleiter erlaubt an einer freien Wandzeitung ihre Meinungen zu äußern, was sich jedoch als Falle herausstellte. So wurden ihr Sohn und seine Freunde wegen freier Meinungsäußerung von der Schule geworfen.

Abschließend bedankte sich Vera Lengsfeld für die Aufmerksamkeit und das Interesse und auch wir sind ihr für ihren Vortrag passend zu dem Motto "25 Jahre Mauerfall" sehr dankbar.
Otto Hahn-Gymnasium
Landwehrplatz 3
66111 Saarbrücken
Telefon: 0681 / 37981 - 0
Telefax: 0681 / 37981 - 11
Internet: www.ohg-sb.de