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Abiturrede 2004


Guten Abend, liebe Abiturienten, liebe Eltern und Kollegen!

Good evening, dear senior grades, dear parents and colleagues!

Bonsoir, chers bacheliers, chers parents et chers collègues!

Buenas tardes, queridos bachilleres, padres y colegas!

Malei Vanagam, Anpulle Manavargalum, Anpulle Petorgalum Nanpargalum !

Jó estét, kedves érettségizök, kedves szülök és kollegák!

Sin ma all do? Dann kinne ma jo anfange.

Die Vorbereitungen für die heutige Abiturfeier begannen vor ca. 10 Monaten. Dazu gehörte auch eine Abstimmung der damaligen 13er über die Frage "wer hält die Lehrerrede?". Wir bedanken uns für die uns beiden zugedachte, ehrenvolle Aufgabe. Wir haben mit der vielsprachigen Begrüßung die Internationalität dieses Abiturjahrgangs angesprochen, die zugleich eines der Kennzeichen unserer Schule überhaupt ist. Unterschiedliche Sprachen, Bräuche und Religionen könnten die Beziehungen unserer Schüler untereinander erschweren. Das Gegenteil ist aber schon seit Jahren der Fall: Schüler lernen sich im Zusammenleben in der Schule in vielfältigen Gruppen kennen und werden (hoffentlich) befähigt, in ihrem späteren Leben tolerant zu sein.

Mit einem Mal war alles anders. Dies gilt nicht nur für Euch heute, sondern dies galt auch vor fast zwei Jahren für mich persönlich - mit dem Wechsel von einem privaten Gymnasium in kirchlicher Trägerschaft mit eher ländlichem Einzugsgebiet an eine staatliche Schule mitten in der Landeshauptstadt. Das bedeutete, von jetzt auf nun etwa 250 neue Schüler und 50 neue Kollegen kennen zu lernen und vor allem "Tutor" zu sein, denn in St. Wendel traute man eine solch verantwortungsvolle Tätigkeit Sportlehrern wohl nicht zu. 2002, das erste gemeinsame Schuljahr von Euch und mir, begann mit einem Wandertag, der mit dem Jahrgedächtnis 11.September zusammen fiel. Nach dem gegenseitigen schriftlichen Versprechen gegen Gewalt im Rahmen der Aktion des Kultusministers "Halt! Warum Gewalt" ging es tatsächlich wandernd vom OHG aus Richtung Schwarzenbergturm (man merkt: Beide Tutoren sind Sportlehrer!). Als dann bereits Mitte der Scheidter Straße die ersten 0,5er Mixery Dosen aufgezogen wurden, gehörte dies zu meinen neuen pädagogischen Erfahrungen und Herausforderungen.

Das schulische Zusammenleben mit Euch und den Euch unterrichtenden Lehrkräften hat sich fast durchweg positiv entwickelt. Wenn innerhalb des Kollegiums von Euch die Rede war, hieß es zumeist, dass man es mit sehr angenehmen Zeitgenossen zu tun hat. Einmal abgesehen von erst durch höchst unangenehme Schreiben des Schulleiters zur Vernunft gebrachte so genannte "Fehlstundenbagger" oder notorische, mittwochs zwischen 10.00 und 10.30 Uhr erst erscheinende, dann noch frühstückende "Dauerverpenner". Erstaunt hat mich auch, dass es möglich war, mit einem einzigen ärztlichen Attest von allen vier Halbjahren Grundkurs Sport befreit zu werden. Hut ab vor Euch und Winston Churchill ("no sports").

Ich, die OHG-Dienstältere von uns beiden, habe die meisten von Euch seit Kl. 7 bzw. 9 unterrichtet, sofern Ihr evangelisch ward oder Musik gewählt habt. Eine von Euch, Rebecca, unsere Fehlstundenkönigin kenne ich bereits seit 1994; die jüngste Bekanntschaft machte ich mit Francisco, der vor 2 Jahren ans OHG kam.

Kontakte zwischen allen an der Schule Beteiligten können sich (abgesehen vom Unterricht) auf verschiedene Weise ergeben, z.B. in AGs, auf Klassen- und Skifahrten, auf Wandertagen, Klassenfesten, privaten Kurstreffen, Theater- und Konzertbesuchen, in der SV-Arbeit, bei Projekttagen oder auf Schul- und Sportfesten.

Nach langem und schwierigen Entscheidungsfindungsprozess konnte Dank der Hilfe von Herrn Baier in der Lehrfahrtenwoche im Mai 2003 die Kursfahrt nach Spanien stattfinden. Das vorher erteilte Alkoholverbot wurde von Euch lauthals belächelt, von uns Lehrkräften vor Ort eiskalt gelockert, so dass tatsächlich am Ende unterm Strich ein Kompromiss, sprich ein vernünftiger Umgang mit Mehrprozentigem erzielt werden konnte. Gut gemacht. Sicherlich war das bei Eurer privat organisierten AbiTour in ähnliche Gefilde genau so. Nicht nur für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. Übrigens, der Einzige, der sich nicht an das Rauchverbot während der Busfahrt halten konnte, war unser Busfahrer. Fazit: Vor dem Dali Museum zu lange gewartet, zu viele Referate, zu viele Kleingrüppchen am Strand, Mittelmeerwasser zu kalt und viel zu wenig Sonne, ein Tag Barcelona zu kurz, zu viele Kirchen, Jogging vor dem Frühstück viel zu früh, aber "Carachillo" und Stimmung waren erstklassig und die "lange Leine" hat allen gut getan.

Das Vertrauenslehreramt und der Kontakt mit der SV ermöglichen mir persönlichen Kontakt mit Schülern und gegenseitiges Kennen Lernen. Unsere gemeinsamen letzten Jahre waren besonders geprägt durch einen von Euch, der die SV und das Leben unserer Schule mitgestaltet hat. Ich erlaube mir deshalb, ein wenig ausführlicher auf ihn einzugehen, nämlich auf Johannes Hensler. In höchst engagierter Weise übte er nach einem Jahr Klassensprecher für die folgenden drei Jahre das Amt des Schulsprechers aus. In dieser Zeit erlebten wir ca. 20 SV-Sitzungen (so viele wie selten zuvor), 2 SV-Fahrten, ca. 10 Unter- und Mittelstufenpartys, 2 Büchermärkte, die Fortsetzung der Patenschaften für die Schüler der Kl.5, Infostände an den Tagen der offenen Tür, einen Fortbildungstag für den SV-Nachwuchs, ein ReO-Raum-Renovierungsprojekt der Oberstufe, einen Faschingswettbewerb, den Entwurf und Verkauf des Schul-T-Shirts mit neuem OHG-Logo und Weihnachtsdekorationen - um nur einige innerschulische Aktivitäten zu nennen. Johannes bezog aber auch öffentlich Stellung zu bildungspolitischen Fragen, z.B. zur Erhöhung der Lehrerstundenzahl und der G8 - Einführung in Interviews, auf Demonstrationen, im Aktuellen Bericht des SR und in Diskussionsrunden. Als sich der Irakkrieg ankündigte und eine Schülerdemo am Vormittag geplant wurde, beteiligte er sich daran, den Konflikt zwischen dem Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit der Schüler und der Aufsichtspflicht des Staates über das Schulwesen mit Hilfe praktikabler Vorschläge zu entschärfen, sodass alle zustimmen konnten. Zudem wurde er zum Landesschulsprecher der Gymnasien und später zum Gesamtschulsprecher aller Schulformen gewählt, sodass unsere Schüler immer aus erster Hand über alle Neuigkeiten informiert wurden. Hervorzuheben an Johannes SV-Arbeit ist seine Fähigkeit, andere zu motivieren, sich für ihre Interessen einzusetzen, indem er es selbst vorlebte; denn wir alle wissen, welchen geringen Stellenwert ehrenamtliche Arbeit unter jungen Leuten heute hat. Einige von Euch, besonders Sarah, Angela und Steffi, haben die SV-Arbeit unermüdlich mitgetragen. Deshalb meine ich, dass das OHG Euch einen besonderen Dank schuldig ist, zumal wir seit Eurem Rücktritt erleben, wie hoch Euer Einsatz gewesen sein muss, um die SV am Leben zu erhalten.

"Either you are with us or you are with the enemies" ließ George W. Bush verlauten und quälte Euch in LK-Stunden mit authentischen Hörverstehenstexten. Auch als es darum ging, auf der schon erwähnten Schülerdemonstration gegen den Irakkrieg politisch Flagge zu zeigen, waren fast alle dabei, bis auf einen, der seine Meinung, der irakische Diktator müsse abgesetzt werden, auch offen kund tat. Ich hoffe, Ihr alle habt Eure politische Mündigkeit auch am vergangenen Sonntag bei den Kommunal- und Europawahlen unter Beweis gestellt und habt von Euerm Wahlrecht Gebrauch gemacht, vielleicht zum ersten Mal.

Eine weitere Veranstaltung wurde beim Ordnungsamt unter folgendem Namen angemeldet: "Schülerdemonstration zum Ausdruck des Übergangs vom Schülerdasein in das berufliche Leben als Beitrag zur Zukunftssicherung Deutschlands". Hört sich gut an, aber unter diesem Deckmäntelchen verbarg sich nichts anderes als eine so genannte "Abi-Parade", also wahrscheinlich recht angetrunken, laute Musik hörend und noch lauter grölend auf Wagen durch die Saarbrücker Innenstadt ziehen und eine Prüfung feiern, die weder beendet, geschweige denn bestanden ist. Vielen Dank dafür, dass Ihr als Schüler des OHG an der Organisation dieser Veranstaltung nicht beteiligt ward und bei der Fahrt dieser Karawane mit Abwesenheit geglänzt habt.

Lasst mich noch ein paar Worte zum Grundkurs Sport loswerden. Nach ebenfalls langem und schwierigen Entscheidungsfindungsprozess bezüglich der zu wählenden drei Sportarten und des Kurses selbst (viele unentschlossene Wechselwähler) musstet Ihr Euch auch mit dem Bereich Gymnastik/Tanz auseinander setzen, was bedeutete, dass tatsächlich Gesellschaftstanz auf dem Lehrprogramm stand. Die einzigen, die mir die nicht immer einfache Benotung von ChaChaCha, Langsamer Walzer, Foxtrott etc. ganz einfach gemacht haben, waren die zumeist männlichen Teilnehmer, die selbst nach vielem guten Zureden, Sanktion mit schlechten Noten und auch Damenwahl innerhalb der vier Halbjahre nicht dazu zu bringen waren, das Tanzbein zu bewegen.

Diese Erfahrung kann ich nur bestätigen: Auch im Grundkurs Musik gelang dies nicht. Wir hoffen, dass Ihr in dieser Beziehung noch entwicklungsfähig seid.

Musik ist ein Fach, das in verschiedener Weise unterrichtet und von Schülern aus unterschiedlichsten Gründen gewählt werden kann. Lehrer und Schüler wissen, dass es in diesem Fach natürlich einen Lehrplan gibt; doch hängt die Gestaltung des Unterrichts auch davon ab, welche Interessen der beteiligten Personen zusammen treffen. Zu Beginn Eurer Oberstufenzeit überstieg das Schülerinteresse am GK Musik zahlenmäßig die Planung: Es entstanden zwei parallel stattfindende Grundkurse, deren Bestand glücklicherweise nicht vorgeschrieben wurde, sondern von Euch bestimmt werden konnte.

In der praktischen Musikausübung zeigten sich solche Unterschiede: So sangen die einen geistliche Chorwerke und Kunstlieder, während die anderen mit Sprechstücken kämpften, in denen man verdammt gut zählen musste. Oder: Während die einen die behandelte Oper im Staatstheater genossen, verrenkten sich die anderen die Hälse in der Saarlandhalle, um die Musicaldarsteller zu sehen. In 13/2 kam es zur Vereinigung der überaus Musikbegeisterten oder hartnäckig um Punkte Kämpfenden aus beiden Kursen - ein quantitativ spärliches, aber qualitativ überzeugendes "Kürschen". Ich hoffe, dass Euch die Vielfalt der kennen gelernten Musik auch in Zukunft erfreuen und begleiten wird.

Im Leistungskurs Englisch war der Literaturbogen weit gespannt: Vom elisabethanischen Liebesdrama Shakespeares über den modernen "coming-of-age" Südstaatenroman Lees bis zu aktuellen Kurzgeschichten verschiedener Autoren über die Minderheitsproblematik der amerikanischen Ureinwohner. Was könntet Ihr vielleicht bei der Lektüre und Interpretation dieser vielen Seiten, über die konkrete Vorbereitung auf die schriftliche Abiturprüfung hinaus, sozusagen für das Leben mitnehmen? Etwa, dass Cupid, der göttliche Liebesbote, seine Pfeile blind verschießt und es daher jeden treffen kann, auch Nichttänzer? Seid also fruchtbar und mehret Euch als Beitrag zur Zukunftssicherung Deutschlands, denn liest man die neuesten Bevölkerungsstatistiken, wird klar: Neue Kinder braucht das Land! Oder etwa Atticus Finchs Lebensweisheit:"You never really understand a person, until you stand in his shoes, until you climb into his skin und walk around it". Sich tatsächlich in die Lage anderer Menschen zu versetzen und sie wirklich zu verstehen, gehört sicherlich nicht zu den einfach zu erlernenden und in der Schule vermittelbaren Fähigkeiten. Oder etwa der "test of survival" des Indianermädchens Mary, den diese auf ihre ganz persönliche Weise bestanden hat: Ihr habt Euer neunjähriges "endurance ritual" durchgehalten und werdet gleich auch das Ergebnis dieses eigenen "Ta-Na-E-Ka" in den Händen halten.

Unsere AGs bieten mitunter in besonderem Maße, etwas für das Leben zu lernen. Im vergangenen Jahr stand die Theater-AG ganz im Zeichen von "Culpa ac Amor", einem Stück, das als Jugendwerk entstanden war, nun aber vervollständigt und für unsere Besetzung um einige Rollen erweitert werden musste; denn kaum hatten die ersten Lesungen stattgefunden, meldeten sich zusätzliche Interessenten; bald entschied die Gruppe zu meiner Überraschung, dass sie dieses Stück unbedingt aufführen wollte. Warum das? Das Stück wies eine altertümlich wirkende Sprache auf, enthielt unbekannte Wortschöpfungen und Fremdwörter und bearbeitete ein ernstes Thema, nämlich den Vater- Sohn-Konflikt. Diese Merkmale sprachen eigentlich eher gegen eine Eignung für eine Schul-Theater-AG; aber: Das Stück stammte von einem unserer Mitglieder, nämlich von Johannes. Dass es zur erfolgreichen Zusammenarbeit und zu guten Aufführungen kam, war schon verwunderlich, denn die Proben fanden unter erschwerten Bedingungen statt: Anfangs traf man sich in der 9.Stunde wegen der unterschiedlichen Stundenpläne der beteiligten Schüler aus den Klassen 9-12. Später verlegten wir die Proben auf den Sonntagnachmittag, also in die Freizeit, um der Müdigkeit, dem Hunger und den sonstigen Terminen aus dem Weg zu gehen. Sieben von Euch waren dabei und nutzten die Gelegenheit, in Diskussionen mit dem Autor und untereinander eine bemerkenswerte Aufführung entstehen zu lassen; wobei wir das Glück hatten, dass Valentin nicht gleich in den USA blieb und wir Thanujas geschickten Umgang mit Stoffen nutzen konnten. Zudem fanden wir problemlos technische Hilfe bei Sebastian und organisatorische Unterstützung durch Sarah, Angela und Thorsten.

Ich schildere dies so ausführlich, weil es nicht in jeder Theater-AG-Konstellation dazu kommt, dass Schüler verschiedener Altersstufen, Charaktere und Interessen so gut zusammenwachsen wie für dieses Stück. Dass es dabei nicht nur um das Erreichen des gemeinsamen Zieles ging, sondern auch um die guten Beziehungen untereinander, zeigte sich z.B. am Blödeln in den Proben und an der regen Beteiligung am gemeinsamen Abschlussessen bei mir zu Hause. Zum guten Gelingen habt Ihr wesentlich beigetragen und neue Mitglieder für die nachfolgenden AGs angelockt.

Ein meiner Meinung nach sehr kompetenter so genannter Zukunftsforscher hat kürzlich eine Liste von Kulturtechniken veröffentlicht, die für die kommende Generation fast überlebenswichtig sein sollen. Lasst mich aus dieser Liste lediglich eine der Techniken erläutern, nämlich Informations- und Zeitmanagement. Dazu ein Beispiel: In Deutschland werden jährlich ca. 25 Milliarden SMS verschickt, eine ungeheuer große Menge. Jeder einzelne muss nun für sich entscheiden, welche dieser SMS (steht übrigens Neudeutsch für Sinnlose Meldungen Service) wichtig und lesenwert sind und welche besser nicht gelesen und gleich gelöscht werden sollten und in welcher Zeit dies geschieht, sodass noch genug Zeit für sinnvolle Tätigkeiten bleibt. Früher war das nicht so schwierig, denn man konnte einfach den Papierkorb unter das Faxgerät stellen und dann waren 90% der Schreiben gleich dort, wo sie hin gehörten. Selektion von Wichtigem in möglichst kurzer Zeit wird also für Euch zu einem mit entscheidenden Faktor werden, im Leben nach der Schule besser zu bestehen.

Der Grundkurs Ev. Religion setzte sich in diesem Jahrgang erstmals gemischt zusammen, nämlich aus Schülern des OHG und des GaR, wobei unsere Gäste im Verlauf der zwei Jahre zahlenmäßig die Oberhand gewannen. Aus den unzähligen möglichen Themen des Unterrichts musste Aktuelles, Prinzipielles oder Historisches selektiert werden. Daher ergaben sich Diskussionen z.B. über das Klonschaf Dolly, die Abschiede von Oskar Lafontaine und Nelson Mandela aus der Politik, die Problematik des Balkankrieges, die Hintergründe der Kriegserklärung der islamistischen Fundamentalisten an die USA mit den ersten Anschlägen in Afrika, die Kampfhunddebatte in Deutschland, die überstürzte Einführung von G8 im Saarland, die Terroranschläge am 11. September in New York, die Internationale PISA-Studie, das erste deutsche TV-Duell zwischen Stoiber und Schröder, der Beginn des Irakkrieges und die Auseinandersetzung über Antisemitismus zwischen Friedman und Möllemann.

In 13/2 hatten wir schließlich auch das Vergnügen einer Ganzschrift, nämlich Erich Fromms "Märchen, Mythen und Träume". Besonders die Kapitel über die Entstehung und Deutung von Träumen seit Sigmund Freud fanden lebhaftes Interesse und boten Diskussionsstoff. Ich hoffe, dass Eure Schulzeit am OHG zu den schönen Träumen gehören wird.

Welche Visionen für die Zukunft kann man Euch noch mit auf den Weg geben, bevor Ihr von der Institution Schule ins offene Leben, das draußen vor der Türe tobt, entlassen werdet? Vielleicht noch eine konkrete, stellvertretend für viele andere: Nach fundierter eher naturwissenschaftlich orientierter Ausbildung wird sich vielleicht einer unter Euch finden, der zum Beispiel die Weiterentwicklung Wasserstoff betriebener Fahrzeuge zur Serienreife mitgestaltet. Denn wenn in Ländern wie dem bevölkerungsreichsten China oder der mit 670 Millionen größten Demokratie der Erde, Indien, in den nächsten 50 Jahren die selben Fehler gemacht werden wie in der westlichen Welt in den vergangenen 50 Jahren, dann kann das Klima um unseren Planeten wohl nicht mehr gerettet werden. Hier wird aber auch deutlich, dass die Naturwissenschaft nicht ohne Fremdsprachen auskommt, denn Kommunikation wird bei einem solchen Prozess in Englisch stattfinden.

Wie Ihr vielleicht schon ahnt, entpuppt sich das lang ersehnte Endziel Abitur lediglich als Etappensieg, und bis zum Endziel auf der Tour Eures Lebens ist es noch ein weiter Weg. Ein altes neuseeländisches Sprichwort besagt, man soll seinen Kindern Wurzeln und Flügel geben. Wir hoffen, Euch neben dem Elternhaus und der Euch umgebenden Gesellschaft vermittelt zu haben, wo sich Euer "Sitz im Leben" befindet und wohin von dort aus die Reise geht - mit der Flugfähigkeit, die Ihr hier erworben habt.

Gute Reise.
Have a nice journey.
Bon Voyage.
Buen viaje.
Nalla Payanam.
Jó utat.
Machen's gudd, ihr Buwe unn ihr Määde.

Barbara Hinz / Thomas Schmidt

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